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Umbau und Energetische Sanierung eines Einfamilienhauses in Wiesbaden-Dotzheim

Wohnfläche (WFL): 193 qm
Summe Nutzfläche (NF): 252 qm
Grundstücksgröße: 564 qm
Fertigstellung: 04/2008
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nach der Sanierung

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nach der Sanierung

Aufgabe

Die Bauherrn erwarben ein Grundstück mit einem Siedlungshaus aus den 50er Jahren mit herrlichem Panoramablick über das nördliche Rheinhessen. Sie wollten eigentlich einen „modernen“ Neubau realisieren. Wir konnten Sie jedoch davon überzeugen, dass das Siedlungshaus genug Potential bot um diesem Anspruch gerecht zu werden.

Konzept

Das Ergebnis eines intensiven Planungsprozesses war, das vorhanden Haus nicht abzureißen, sondern zu entkernen, umzubauen und energetisch zu sanieren. Dabei bildeten folgende gemeinsam mit dem Bauherrn definierte Ziele die Maßgabe des Umbaus: Offener Wohnungsgrundriss, mit Bildung einer Galerie und eines Luftraums über dem Essbereich mit Orientierung in den Gartenbereich und Einbeziehung der Aussicht nach Süden. Gliederung der Wohnflächen in gemeinschaftliche Bereiche (Küche, Essen, Wohnen) im Erdgeschoss, private Bereiche (Kinderzimmer, Spiel- und Lerngalerie) im Obergeschoss und Elternbereich (Schlafen, Arbeiten) im Dachgeschoss.
KfW Förderung, Fußbodenheizung, solare Brauchwassererwärmung.
Kontrollierte Wohnraumbelüftung und Einbeziehung regenerativer Energieträger.
Umfassende Steuerung der Gebäudetechnik mittels Bussystem.
Planung und Realisierung der Maßnahme unter Einbeziehung der vorhanden Bausubstanz und Tragstruktur.

Umsetzung

Bei der Baumaßnahme wurde der Keller nicht angetastet, es wurden lediglich die Deckenuntersichten gedämmt. Die vorhandene Waschküche bot genug Platz für die gesamte Haustechnik. Die restlichen Räume werden als Abstellräume genutzt.
In den Geschossen wurden alle nichttragenden Wände entfernt, das Satteldach mit Erhöhung des Kniestocks neu errichtet. Die Treppenöffnung im Norden wurde geschlossen, die Geschossdecke im Süden wurde zur Schaffung eines Luftraums mit Galerie entfernt.
Im Erdgeschoss bilden Küche, Ess- und Wohnraum eine zentrale Einheit. Die vertikale Erschließung wurde mit einer geradläufigen Treppe in diesen gelegt. Dem Ess- und Wohnraum ist im Süden, über die gesamte Hausbreite, eine Terrasse vorgelagert.
Im Nordosten, zur Straße, wurde der Eingangsbereich, mit Diele, Garderobe, Gäste-WC und Hauswirtschaftsraum platziert.
An die Spielgalerie im 1.OG sind die Kinderzimmer, mit eigenem Kinderbad, angeschlossen. Von dort aus gelangt man über eine gewendelte Treppe in das Dachgeschoss, mit Arbeits-, Schlaf- und Badezimmer, welche im Süden über eine Dachloggia miteinander verbunden sind.
Die energetische Sanierung beinhaltete die Dämmung der Gebäudehüllflächen, eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und eine thermische Solaranlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung.
Die Fassaden des Gebäudes wurden als Lochfassade im Norden, Westen und Osten sehr reduziert ausgebildet. Die äußeren Fensterlaibungen wurden abgeschrägt. Das Abschrägen reduziert die Verschattung des Fensters durch die Fensterlaibung und vergrößert den Lichteintrag in den Raum. Der Blickwinkel aus dem Fenster in die Umgebung vergrößert sich. Gleichzeitig erhöht sich der Energieeintrag durch das Fenster. Die abgeschrägten, weiß gestrichenen Laibungen, verstärken die plastische Wirkung der schlichten kubischen Hüllfläche des Wohnhauses.
Um Wärmezugewinne durch Sonneneinstrahlung von Süden zu nutzen, wurde diese Fassade mit einer großen zweigeschossigen Öffnung versehen. Die Dachfläche wurde mit glatter Dacheindeckung aus Faserzementplatten hergestellt.Bei der Entscheidung für das Material der Dachdeckung spielte die ebene Flächigkeit, die ebenso bei der Ausbildung der Hüllfläche des Gebäudes zum Einsatz kam, ein entscheidendes gestalterisches Kriterium.